Der Hof als städtebauliche Qualität

Der Städtebau steht vor grossen Herausforderungen. Dabei lohnt sich ein offener Blick auf die Architektur und Mut, Altes neu zu interpretieren. So bietet beispielsweise der Hof als Umkehrung des Blocks viel Potenzial bezüglich Innenentwicklung, sozialen Strukturen und urbaner Natur.

In der Architektur wird der Hof als ein unter freiem Himmel befindlicher von einem Gebäude und Gebäudeflügeln oder Mauern umgebener Raum bezeichnet. Der Hof ist quasi die Umkehrung des Blocks. Er steht für Umschlossenheit und bietet doch einen freien Raum.

Im Zuge der Innenentwicklung bietet der Hof viele Möglichkeiten, die Städtebauliche Qualität zu erhöhen. Sein Potenzial bezüglich Lärm/Ruhe, sozialen Strukturen und Begrünung ist hoch.

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Begrünter Innenhof der Genossenschaft Kalkbreite, Zürich
Quelle: © Isabelle Blum
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Der Natur nahe sein in der Genossenschaft Kalkbreite, Zürich
Quelle: © Isabelle Blum

Beispielsweise kann er in Kombination mit einer Strassenrandbebauung, etwa an stark befahrenen Ausfallstrassen, ruhige Innenhöfe schaffen. Seine Form ist geeignet, tiefe, auf andere Weise nicht erschliessbare Hinterbereiche (Bsp. Passagenhöfe) nachträglich nach innen zu entwickeln. Der Hof bietet zudem die Möglichkeit, vielfältige und sozial differenzierte Raumstrukturen sowie Nutzungsmischungen zu schaffen. Auch hinsichtlich Begrünung oder Kontakt mit den Elementen (z.B. Wasser) ist der Hof ein vielseitiger Ort, die Natur nahe an die Menschen zu bringen und sie zum inspirierenden Erlebnis zu machen.

Der Innenhof einer Vorschule verwandelt sich bei Regen in eine Pfütze, in der die Kinder spielen dürfen. Diese Idee hatte der Architekt Taku Hibino vom Architekturbüro Hibino Sekkei.
Quelle: Ryuji Inoue/Hibino Sekkei

Natürlich gibt es architektonische Knackpunkte wie die Himmelsrichtung oder die Geschosshöhe. Insgesamt jedoch kann der Hof vieles bieten, wenn er den gebührenden Platz in der Architektur erhält, sein Potenzial voll ausgeschöpft wird und etwas Mut dazukommt.

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