Kooperation als Antrieb

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Sich für die Umwelt zu engagieren, bedeutete lange, gegen „böse“ Konzerne und „böse“ Menschen zu kämpfen. Umweltaktivisten beider Geschlechter ignorierten dadurch das natürliche Prinzip der Kooperation und damit eine Chance, nachhaltige Veränderung zu bewirken. Wollen wir aber wirklich eine lebenswerte Umwelt, kommen wir am Prinzip der Kooperation nicht vorbei.

Man kennt sie die berühmten Bilder der kämpfenden Umweltaktivisten und Umweltaktivistinnen. Sie existieren noch heute in Form wütender Mädchen, die ihren ganzen Frust in die Welt hinaustragen.

Aber es hat auch immer jene Menschen gegeben, die mit konkreten Projekten Lösungen umgesetzt, ohne grossen Wirbel hingehört und gemeinsam mit anderen, manchmal auch mit ihren „Feinden“, nachhaltige Veränderungen bewirkt haben.

Wollen wir eine lebenswerte Umwelt, kommen wir am Prinzip der Kooperation nicht vorbei. Kooperation wird in der theoretischen Biologie auch als komplexes adaptives System beschrieben. Komplex, weil das System aus mehreren zusammenhängenden Elementen besteht. Adaptiv, weil das System ein besonderes Anpassungsvermögen an seine Umwelt zeigt und die Möglichkeit hat, (aus Erfahrung) zu lernen.

Beispiele für komplexe adaptive Systeme in der Biologie sind die Biosphäre, das Ökosystem, das Gehirn, das Immunsystem, die Zelle, die Embryonalentwicklung, soziale Insekten und Ameisenkolonien.

Auch moderne Communities wie Coworking Spaces sind ein Beispiel für das Prinzip der Kooperation. Menschen in einem solchen System entwickeln mit anderen Coworkern gemeinsam Projekte und können voneinander profitieren.

Als Umweltaktivist oder Umweltaktivistin ist es also von Vorteil, sich in unserer komplexen Welt mit anderen zusammenzuschliessen, zu kooperieren, voneinander zu lernen, sich auzutauschen und sich den veränderten Bedingungen anzupassen.

Es braucht zudem neue Organisationsformen, die weder nur „Business“ noch „ehrenamtliches“ Engagement sind. Es braucht überdies eine grundlegende Veränderung im Denken, Sprechen und Handeln. Damit wir eine lebenswerte Umwelt erfahren und nicht nur davon träumen.

Titelbild by Markus Spiske on Unsplash, Green Belt Movement Baumschule in Tumutumu Hills, Kenya. Photo Credit: Ariel Poster, two black ants by Maksim Shutov on Unsplash