Wie Gleichschaltung und Verbundenheit zusammenhängen

Wir sind mitten in einem globalen transformativen Prozess. Die Menschen spüren, dass sich der Fokus verschiebt. Dass Freiheit, Einzigartigkeit und Verbundenheit von zentraler Bedeutung sind. Es wird deutlich, dass die menschliche Entwicklung auch im Kontext der persönlichen Transformation steht. Es zeigt sich aber auch, dass vielen der etablierten Systeme die Integrität fehlt, Einzigartigkeit und Verbundenheit zu fördern.

Die aktuelle Lage hat klar vor Augen geführt, dass wir in einer Welt der Gleichschaltung leben. Die Homogenisierung hat quasi System. Sie zieht sich durch Medien, Politik, Wirtschaft, Bildung, Medizin und Gesellschaft. Es werden die immer gleichen Botschaften wiederholt, mustergültige Verhaltens- und Vorgehensweisen vermittelt und Bedürfnisse in die selbe Richtung gelenkt. Alles ist Eins – in dem Sinne, dass alles gleich ist.

Das erzeugt einen enormen Druck. Nicht nur in der äusseren Welt, sondern auch in der inneren. Individuelle Bedürfnisse, Eigenschaften, Vorgehen- und Verhaltenweisen, die der innewohnenden Einzigartigkeit entspringen, werden ignoriert, verdreht oder zurechtgerückt. Wir werden von Klein auf konditioniert, auf eine bestimmte Weise zu handeln, zu denken und zu funktionieren.

Verbundenheit und ständige Interaktion

Diese systemische Gleichschaltung macht das Leben vermeintlich einfacher, erzeugt aber auch viel Angst, Stress und Konflikt. Obwohl alles gleich ist, fühlen wir uns im tiefsten Inneren nicht verbunden. Nicht mit uns selbst, der Gemeinschaft oder der Natur. Dies zeigt sich augenfällig in den sozialen Netzwerken. Obwohl oberflächlich Verbundenheit gelebt und zelebriert wird, gibt es eine grosse Spaltung. Viele fühlen sich dadurch noch verlorener und nicht verbunden mit sich und der Welt.

Nun kann man sich fragen, warum die Verbundenheit mit anderen und der natürlichen Welt wichtig ist. Das kann erstmal jeder und jede für sich persönlich beantworten. Aus wissenschaftlicher Sicht gibt es auf alle Fälle zahlreiche Hinweise, dass wir quasi auf gelebte Verbundenheit mit uns selbst, anderen Menschen und der Natur ausgerichtet sind. Auch viele Kulturen und Traditionen sehen Mensch und Natur als miteinander verbunden und in ständiger Interaktion.

Beziehung zur individuellen Einzigartigkeit

Wir sollten deshalb vielleicht rechtfertigen, warum wir nicht an uns selbst in Bezug auf andere Menschen und die Umwelt denken. Warum wir nicht erstmal eine innige Beziehung mit uns selbst eingehen. Unser einzigartiges Muster zum Ausdruck bringen in Harmonie mit uns und unserer Umgebung. Wir sollten uns fragen, warum wir gewisse charakterliche Eigenschaften und Verhaltensweisen so stark gewichten und andere so stark unterdrücken. Welche Beziehung wir zu sogenannten Stärken und Schwächen sowie individuellen Ausdrucksweisen haben. Wir sollten uns damit befassen, warum alle gleich sein und gleich funktionieren sollen.

Wenn wir einen fundamentalen Systemwechsel umsetzen und unsere menschliche Entwicklung vorantreiben möchten, sind diese Beziehungsfragen substanziell für ein Umdenken. Unsere Systeme wie auch wir Menschen sind komplex und bestehen aus einer Vielzahl von miteinander verbundenen und interagierenden Teilen und Entitäten. Systeme wie auch Menschen können nicht ganzheitlich sowie gesund und ganz bei sich sein, wenn alles gleichgeschaltet ist.

Inspiriert durch den Artikel Human development is about connectedness, according to Karen O’Brien, University of Oslo, von Asun Lera St Clair, Blog International Science Council, 25.05.2020

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