Wie Pflanzen die Welt wahrnehmen

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Wie Pflanzen die Welt wahrnehmen

Auszug

Unser Bild vom «strohdummen» und passiven Grünzeug ist überholt. Zwar besitzen Pflanzen keine Nervenzellen. Aber sie erbringen erstaunliche Sinnesleistungen. Pflanzen können fühlen, sehen, riechen, sich erinnern und kommunizieren.

Wenn Sie aus dem Fenster schauen, sehen Sie vielleicht einen Baum. Wie er reglos, still und stumm dasteht, eventuell seine Äste ein wenig im Wind bewegt. Wenn Sie nach draussen gehen, können Sie diesen Baum betrachten, seine Rinde berühren, allenfalls seine Blätter oder Früchte schmecken, in sein Inneres hören und seine Düfte riechen. Nun stellen Sie sich vor, all das kann der Baum auch. Er sieht, riecht, schmeckt, fühlt, kann sich erinnern und kommunizieren. Sie denken jetzt vielleicht, Mumpitz. Der Baum hat keine Augen, Ohren, Hände, keine Nase und keinen Mund, weshalb er nicht das kann, was wir für gewöhnlich können. Sie haben natürlich recht. Unsere eigenen Fähigkeiten und sinnlichen Erfahrungen sind als Ganzes nicht mit denjenigen der Pflanzen vergleichbar. Pflanzen haben kein Gehirn, weshalb jede menschen ähnliche Beschreibung nur sehr eingeschränkt gilt. Worte wie «sehen», «riechen», «spüren» ermöglichen uns aber, das Verhalten von Pflanzen dem Verständnis halber in menschlichen Begriffen zu erfassen. Die Begriffe provozieren uns auch, darüber nachzudenken, was Sehen und Fühlen ist, was Pflanzen und wir eigentlich sind. Denn wie neue wissenschaftliche Befunde zeigen, sind Pflanzen mehr als «Bioautomaten» mit genetisch fixiertem Programm, die beliebig manipuliert werden können. Heute erscheinen Pflanzen als kommunikative, hoch differenzierte und eigenständige Wesen, die gut vernetzt sind.

Den ganzen Artikel „Wie Pflanzen die Welt wahrnehmen“ findest du im Magazin Naturzyt. Ausgabe Dezember 2019.