Warum die Grosse Brennnessel ein Schatz im Garten ist

Warum die Grosse Brennnessel ein Schatz im Garten ist

Die Grosse Brennnessel (Urtica dioica) ) ist ein wahrer Schatz im Garten. Schmetterlingsraupen von Tagpfauenauge, Kleiner Fuchs, Admiral und Landkärtchen ernähren sich davon. Uns gibt sie unter anderem Eisen, Vitamine und Mineralstoffe. Wir können sie aber auch als Dünger und Pflanzenstärkungsmittel nutzen.

Viele Leute mögen Schmetterlinge. Vielleicht gehörst du ja auch dazu. Aber weisst du, dass einige Schmetterlingsarten auf die Grosse Brennnessel (Urtica dioica) angewiesen sind? Die Raupen von Tagpfauenauge, Admiral, Kleiner Fuchs und Landkärtchen beispielsweise sind darauf angewiesen. Aber auch die Raupen von C-Falter, Schönbär, Bärenraupen und Ampfer-Eulen essen sie.

Tagpfauenauge

Lass Brennnesseln an unterschiedlichen Orten wachsen

Die verschiedenen Schmetterlingsraupen haben ganz unterschiedliche Ansprüche an die Brennnesseln. Die einen mögen’s feucht-sonnig, die anderen trocken, wiederum andere knabbern an den jungen Pflanzen, andere an den älteren.

Lass deshalb, wenn möglich, an unterschiedlichen Standorten Brennnesseln wachsen und kürze sie ein, wenn du keine Raupen daran findest. So hat es unterschiedliche Stadien von Brennnesseln und du hast einen besseren Überblick. Grundsätzlich werden von den Faltern windgeschützte Standorte bevorzugt.

Brennnessel, die Vitamin C Bombe

Auch uns Menschen bringt die Brennnessel sehr viel. Sie ist Heilpflanze, Lebensmittel, Färberpflanze und Gartenhelfer.

Zu medizinischen Zwecken werden die Blätter, die Samen und die Wurzeln verwendet. Vornehmlich wird sie bei rheumatischen Beschwerden, entzündlichen Gelenkerkrankungen, Harnwegsentzündungen und Nierengries eingesetzt. Sie ist blutreinigend, blutbildend, blutstillend und Stoffwechselfördernd.

Als Lebensmittel können die Blätter und Samen verzehrt werden. Der Klassiker ist die Brennnesselsuppe. Die jungen, zarten Blätter können auch als Brotbelag in einem Frischkäse oder einer Kräuterbutter genossen werden. Auch als Pesto, Strudelfüllung oder ausgebacken in Teig sind die Blätter eine Delikatesse.

Die Grosse Brennnessel weist einen hohen Gehalt an Flavonoiden, Mineralstoffen wie Magnesium, Kalzium und Silizium, Eisen, Eiweiss, Vitamin A und C. auf. Sie hat zweimal mehr Vitamin C als Orangen. Noch heute ist sie ein wichtiger Bestandteil in der Ernährung der Himalaya-Völker. Und gilt gar als heilige Pflanze.

Verwendet wird die Grosse Brennnessel auch als Faser- und Färberpflanze. Was heutzutage ein wenig in Vergessenheit geraten ist.

Grosse Brennnessel

Flüssigdünger und Stärkungsmittel

Im Garten kann die Grosse Brennnessel als Flüssigdünger und Pflanzenstärkungsmittel eingesetzt werden. Sie versorgt die Pflanzen mit Stickstoff, Kalium und weiteren wichtigen Mineralien wie zum Beispiel Kieselsäure. Diese soll angeblich den Geschmack von Tomaten und Gurken verbessern.

Herstellung einer Brennesseljauche:

  • Zehn Liter Wasser und ca. ein Kilo frische Brennnesseln (bereits getrocknetes Material ca. 200 Gramm) bereit stellen.
  • Brennnesseln mit der Schere klein schneiden und in ein grosses Gefäss (z.B. Regenfass) geben.
  • Die benötigte Menge Wasser drübergiessen und kräftig umrühren. Achte darauf, dass alle Pflanzenteile mit Wasser bedeckt sind.
  • Um die Geruchsbildung der gärenden Jauche zu mildern, kannst du Gesteinsmehl oder eine Handvoll Kompost oder Lehmerde dazugeben.
  • Das Gefäss luftdurchlässig abdecken (zum Beispiel mit einem Jutesack).
  • Das Gemisch 10 bis 14 Tage lang ziehen lassen. Wichtig ist, dass du die Jauche täglich mit einem Stab umrührst. Sobald keine Blasen mehr zu sehen sind, ist die Brennnesseljauche fertig.
  • Vor der Anwendung die vergorenen Pflanzenreste absieben. Diese kannst du kompostieren oder als Mulch verwenden.

Für die Anwendung kannst du die Jauche im Verhältnis eins zu zehn mit Wasser verdünnen. Du kannst sie direkt in den Wurzelbereich giessen oder auch die Pflanzen (nicht essbare Teile) damit besprühen. Falls du ein Sprühgerät benutzt, die Jauche vorher noch einmal absieben, damit die Düsen nicht verstopfen.

Du siehst, die Grosse Brennnessel ist ein wahrer Alleskönner. Ein wahrer Schatz im Garten.

Forsythie, was nun?

Forsythie, was nun?

In vielen Gärten läuten Forsythien den Frühling ein. Mit ihrer goldgelben Blütenpracht sind sie sehr auffällige Sträucher. Aber meistens sind sie für Insekten eine Mogelpackung, denn ein Grossteil der gepflanzten Sorten ist steril. Wenn du also den Insekten Pollen und Nektar bieten möchtest und dennoch blühende Sträucher im Garten haben willst, pflanze Wildsträucher wie die Kornelkirsche. Falls du aber trotzdem eine Forsythie im Garten haben möchtest, nimm die pollenproduzierende Sorte Beatrix Farrand.

Einen schönen Frühling und viel Spass im Garten.