Pflanzen, an denen Schnecken vorbeiziehen

Pflanzen, an denen Schnecken vorbeiziehen

Mein Garten ist ein Schneckenparadies. Ich tue alles dafür, damit sich Weinbergschnecke, Tigerschnegel, Gehäuseschnecke, Nacktschnecke und Spanische Wegschnecke pudelwohl fühlen. Aber zum Glück gibt es sie, die Pflanzen, denen Schnecken widerstehen.

Mein Garten ist wunderbar, voller Leben und damit natürlich auch voller Schnecken aller Art. Weinbergschnecke, Tigerschnegel, Häuschenschnecke, Nacktschnecke und Spanische Wegschnecke fühlen sich pudelwohl.

Denn in meinem Garten hat es fast lückenlosen Bewuchs, abgesehen von ein paar trockenen Standorten, und der Boden ist vornehmlich satt. Auch Kleinstrukturen aller Art (Haufen aus Holz und Stein, verrotendes Holz in allen Grössen und Variationen, usw.) sind überall verteilt. Sie sind wichtige Habitate für Igel, Vögel, Schmetterlinge, Käfer, Spinnen, Frösche und Molche. Aber natürlich lieben auch die Schnecken die vielen Verstecke.

Bezüglich Wildblumen (z.B. Glockenblumen) musste ich deshalb schon einiges an Lehrgeld zahlen. Voller Vorfreude gepflanzt und noch freudiger von meinen kriechenden Gartenbewohnern verspeist. Buffet ist angerichtet …

Schnecke

 

Tiere, die Schnecken zum Fressen gern haben

Die kleinen Schleimis sind aber trotzdem willkommen. Denn sie erfüllen, wie alles, was im Laufe der Evolution entstanden ist, ihre Funktion im Ökosystem.

Sie zersetzen abgestorbenes Pflanzenmaterial, Holz, Pilze, Holz und andere Stoffe und tragen so wesentlich zur Humusbildung bei. Ein Wald ohne Schnecken wäre ein toter Wald.

Schnecken sind auch an der Bestäubung (z.B. Haselwurz Asarum europaeum) und Samenverbreitung von Pflanzen beteiligt. Sie helfen überdies mit, Pilze wie beispielsweise den Buchen-Rindenschorf (Ascodichaena rugosa) zu verbreiten.

 

Ihre Eier und ihre Körper werden von Igeln, Amseln, Spitzmäusen, Elstern, Kröten, Blindschleichen, diverse Käfern, Weberknechten und von den Larven der Leuchtkäfer mit Freude verschlungen. Die Larven der Leuchtkäfer, der Schneckenkanker (ein Spinnentier) und auch der Schneckenkäfer ernähren sich ausschliesslich von Schnecken.

Die Häuser der Gehäuseschnecken dienen überdies weiblichen Vögeln als Kalkquelle für die Eibildung. Singvögel, aber auch grössere Arten, füttern zudem ihre Jungen mit Schnecken(-häusern), damit diese genug Kalk bekommen, um ihre Knochen ausbilden zu können.

Leere Schneckenhäuser werden von anderen Tieren als Behausung genutzt. So gibt es verschiedene Wildbienen, welche darin ihre Nester anlegen und einige Springspinnen leben in den leeren Gehäusen und überwintern dort auch.

So schliesst sich der Kreis im Garten und es braucht weder Schneckenkörner noch rabiate Tötungs-Methoden. Und eben, es gibt sie, die Blumen, an denen Schnecken vorbeiziehen.

Meine Top Ten der Schneckenresistenten Wildblumen

  • Blutroter Storchschnabel (Geranium sanguineum L.) und alle anderen Geranium Arten
  • Gemeine Akelei (Aquilega vulgaris)
  • Buschwindröschen (Anemone nemorosa)
  • Jakobsleiter (Polemonium caeruleum)
  • Orangerotes Habichtskraut (Hieracium aurantiacum L.)
  • Brennende Liebe (Lychnis chalcedonica) und weitere Lychnis Arten
  • Jungfer im Grünen (Nigella damascena)
  • Echtes Mädesüss (Filipendula ulmaria)
  • Wiesen-Schaumkraut (Cardamine pratensis)
  • Echte Schlüsselblume (Primula veris)

Und natürlich noch ganz viele andere Blumen wie Malven, viele Geophyten, Frauenmantel, Iris, Kriechender Günsel, usw. Und die geliebten Glockenblumen kommen halt in einen Topf, der ganz weit weg steht von den Schnecken.

Wilde Tulpen

Wilde Tulpen

Tulpen gehören neben Rosen zu den beliebtesten Blumen im Garten. Auch in einem Naturgarten dürfen sie ihren Platz einnehmen. Es gibt nämlich eine wunderbare wilde Alternative zu den Zuchttulpen. Die wunderbar zarten Wildtulpen.

Wer kennt sie nicht, die farbenfrohen Tulpen, die den Frühling begleiten. Weniger bekannt hingegen sind ihre wilden Vorfahren, die Wildtulpen. Aber auch sie bezaubern mit wunderschönen Blüten und interessantem Farbenspiel. Zudem sind sie wichtige Pollenlieferanten für Wildbienen, Hummeln und andere Insekten.

Wildtulpe

Beliebte Frühblüher

Als Frühblüher läuten die Wildtulpen die Gartensaison ein. Sie sind deshalb sehr beliebt bei Wildbienen und anderen Insekten. Zudem sind sie kleine Schönheiten. Die beliebten Frühlingsblüher eignen sich hervorragend zum Verwildern als Unterpflanzung oder in Staudenbeeten. Wildtulpen wie Tulipa tarda oder die heimische Weinberg-Tulpe (Tulipa sylvestris) bilden an geeigneten Standorten mit den Jahren sogar immer üppigere Bestände.

Kinder der Sonne

Wie auch die Zuchtformen lieben Wildtulpen sonnige Standorte. Als Steppenpflanzen brauchen sie einen durchlässigen, leichten Boden und viel Sonne. Entsprechend fühlen sie sich in der Gesellschaft von Gräsern, Artemisia-Arten, Lauch-Arten, Astern, Disteln, wilden Nelken und anderen Steppenpflanzen wohl. Die Fruchtstände werden nicht geschnitten. Eine Vermehrung durch Samen ist somit möglich. Und im Gegensatz zu den Zuchtformen nimmt man die Zwiebeln von Wildtulpen nicht aus dem Boden.

Tulpen aussäen

Wildtulpen kannst du auch aussäen. Dazu erntest du im Sommer die reifen Kapseln, lagerst sie trocken und säst die Samen im Herbst flach in Tontöpfe mit einem 1:1-Gemisch aus Sand und Anzuchterde aus. Danach setzt du die Töpfe in ein Frühbeet und senkst sie leicht ein. Die ersten Samen keimen dann im Spätwinter. Die Jungpflanzen belässt du bis zum Herbst des folgenden Jahres in den Töpfen und versorgst sie gelegentlich mit biologischem Flüssigdünger. Ab September kannst du die kleinen Zwiebeln dann ins Beet umsetzen, wo sie nach weiteren zwei Jahren zum ersten Mal blühen. Da Tulpen sich leicht untereinander kreuzen, bergen die Ergebnisse kleine Überraschungen.

Tulpen im Blumentopf

Wildtulpen lassen sich auch gut in Blumentöpfen und Kübeln kultivieren. Wichtig ist, dass die Gefässe gut dräniert und tief genug sind. Bohre bei Bedarf weitere Abzugslöcher und fülle die Töpfe oder Gefässe mit einem 1:1 Gemisch aus Blumenerde, Sand und Blähton. Beim Bepflanzen im Herbst kannst du die Zwiebeln gut in zwei bis drei Lagen übereinandersetzen. So passen viel mehr Pflanzen hinein und die Blüte wirkt im Frühling viel üppiger.

Warum biologische Blumenzwiebeln?

In der konventionellen Blumenzwiebelerzeugung wird sehr viel Chemie verwendet. Unter anderem das umstrittene Herbizid „Roundup“. Durch die Anzucht von biologischen Blumenzwiebeln werden Böden und Grundwasser nicht belastet und auch die Insekten geschont. Sie leistet zudem einen wichtigen Beitrag zur Sortenvielfalt und zur Erhaltung seltener Arten. Biologisch produzierte Wildtulpen sind überdies robuster und langlebiger.

Bezugsquellen: